Die VDI 2700 ff. ist die anerkannte Regel der Technik für die Ladungssicherung. Rechtlich flankiert wird sie durch §22 StVO, §412 HGB, die DGUV Vorschrift 1 und die Betriebssicherheitsverordnung.
Wer ist verantwortlich?
- Verlader: beförderungssichere Verladung
- Fahrer: betriebssichere Verladung, Kontrolle vor Fahrtantritt
- Halter/Unternehmer: geeignetes Fahrzeug, Zurrmittel, Unterweisung und Kontrolle
- Absender/Auftraggeber: Angaben zur Ladung, geeignete Verpackung
Bei einer Kontrolle wird nicht „einer“ belangt – Bußgelder treffen regelmäßig mehrere Beteiligte.
Die Kräfte, um die es geht
Rechnerisch anzusetzen sind rund 0,8 g nach vorn (Vollbremsung), 0,5 g nach hinten und zur Seite. Eine Palette mit 1.000 kg drückt beim Bremsen also mit rund 800 kg nach vorn – Handkraft reicht da nicht.
Sicherungsarten
- Formschluss: bündig an Stirnwand, Seitenwände, Sperrbalken, Keile – die effektivste Methode.
- Kraftschluss (Niederzurren): wirkt über Reibung; abhängig von Vorspannkraft (STF) und Reibbeiwert µ. Ohne Antirutschmatte (µ ≈ 0,6) braucht es ein Vielfaches an Gurten.
- Direktzurren: Diagonal-, Schräg- oder Kopfschlingenzurren – deutlich wirksamer als Niederzurren.
- Kombination aus beidem, oft die praxisgerechte Lösung.
Zurrmittel richtig einsetzen
Etikett lesen: LC (Zurrkraft), STF (Vorspannkraft), SHF (Handkraft). Beschädigte Gurte mit Einschnitten, Garnbruch oder verformten Haken sind sofort auszusondern. Kantenschutz ist Pflicht – eine scharfe Kante reduziert die Belastbarkeit drastisch.
Lastverteilungsplan
Achslasten und zulässiges Gesamtgewicht einhalten, Schwerpunkt niedrig und mittig, schwere Ladung nach unten. Überladene Vorderachse ist ebenso ein Mangel wie eine entlastete Antriebsachse.
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Häufige Fragen (FAQ)
Reicht eine Antirutschmatte allein?
Nein. Sie erhöht die Reibung, ersetzt aber keine Sicherung. In Kombination reduziert sie jedoch deutlich die nötige Zurrmittelzahl.
Wie oft müssen Zurrmittel geprüft werden?
Sichtprüfung vor jeder Verwendung, zusätzlich mindestens jährliche Prüfung durch eine befähigte Person.
Was kostet eine Ladungssicherungsschulung?
Bedienerqualifikation 240 € p. P.; die Ausbilder-Qualifizierung Ladungssicherung kostet 1.349 € p. P. – jeweils netto, inhouse.
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